DAS PROJEKT

 

Stadtbäume müssen mit besonderen Umweltfaktoren wie Abgasen, beengten Platzverhältnissen im Wurzelbereich, Erschütterungen und Bodenverdichtung fertig werden. Darüber hinaus leiden heimische Arten zunehmend unter den Einflüssen des Klimawandels wie Trockenheit, Schädlingsbefall, Hitze. So kommt es, dass Baumarten, die in den vergangenen Jahrzehnten in Städten besondere Nehmerqualitäten gezeigt haben, angesichts des veränderten Klimas nun vielfach schlapp machen.

Die für das Stadtgrün verantwortlichen Personen in Deutschland, die u.a. in der Gartenamtsleiter Konferenz (GALK) zusammenarbeiten, sind ständig auf der Suche nach Alternativen. Sie haben eine Empfehlungsliste mit alternativen Baumarten erstellt, die auf langen Erfahrungsreihen beruht. Diese Liste enthält inzwischen Arten aus Klimaregionen, in denen Trockenheit und Hitze seit Langem zum Alltag gehören. Allerdings muss ein Baum, der für unsere Breiten geeignet sein soll, nicht nur Trockenheit besser vertragen können, als einheimische Arten, sondern auch z.B. eine Resistenz gegen Spätfröste besitzen, die oft im Frühjahr noch auftreten. Und die Pflanzen müssen von den heimischen Insekten angenommen werden, sonst können sie sich nicht vermehren.

 

Baumschulen spielen in diesem Prozess der Selektierung und Weiterentwicklung von Pflanzen eine wichtige Rolle.

Die Baumschule Lorenz v. Ehren ist als eine der größten Betriebe in Europa hier führend und sie ist praktisch nebenan: ein Großteil der Flächen liegt in der Gemeinde Seevetal. Ein Besuch des Klimabaumhaines dort ist immer aufschlussreich.

 

Auch unsere Heimatstadt Buchholz hat im Innenstadtbereich bereits Erfahrungen mit klimaresistenten Bäumen sammeln können.

Und jetzt führt die WLH (Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg GmbH) mit ihrem engagierten Geschäftsführer Jens Wrede ein innovatives Projekt in die Realität, das von dem langjährigen Geschäftsführer Wilfried Seyer konzipiert wurde:

Mit dem TIP Innovationspark Nordheide entsteht ein smartes Gewerbegebiet mit eigener 5G Campuslizenz und mit Klimabäumen, deren Entwicklung durch die Hochschule Osnabrück, Prof. Martin Thieme-Hack, wissenschaftlich überwacht wird.

 

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 Am 3.3.2021 lieferte die Baumschule Lorenz v. Ehren 126 „KLIMABÄUME“ auf dem Gelände des TIP an.  Mit 21 verschiedenen Arten wurde ein breiter Querschnitt aus der Liste der GALK ausgewählt. Die Pflanzung erfolgte in den Wochen darauf durch Fachbetriebe.

Eine Besonderheit der Pflanzung und des späteren wissenschaftlichen Interesses sind die 3 unterschiedlichen Beschaffenheiten der Pflanzgruben: 

Die Bäume an der Hauptstraße durch den TIP, alle von der Art -Acer freemanii Armstrong-, Rotahorn, werden abwechselnd

-         In normale Pflanzgruben, gefüllt mit Substrat

-         In Rigolen, gefüllt mit Substrat

-         In Rigolen, gefüllt mit örtlich vorhandenem Ackerboden

gepflanzt.

Rigolen sind Abstandssysteme, die verhindern, dass der Boden durch Betreten, Befahren immer weiter verdichtet wird. So behält der Wurzelbereich der Pflanzen selbst unter einer Asphaltpflasterung genügend unverdichteten Boden, um sich entwickeln zu können. 

Diese Pflanzmethode für Stadtbäume wird in Deutschland noch nicht häufig angewendet. So werden die Erkenntnisse aus Buchholz wichtige Vorgaben für die weitere Entwicklung der Begrünung von Städten ergeben.

 

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Dieses einzigartige Zukunftsprojekt soll natürlich den Bürgern des Landkreises Harburg und besonders den Schülern nahegebracht werden: Unter der Federführung der Verdieck-Stiftung werden ein

  • Baum-Lehrpfad mit interaktiven Infotafeln    und erste Muster von
  • Insekten-Nisthilfen    noch im Jahr 2021 eingerichtet.

Mit uns ziehen die Zukunftswerkstatt Buchholz, die TuTech Innovation GmbH, die Oberschule Jesteburg an einem Strang.

Weitere Organisationen sind eingeladen, weitere Projekte zu verwirklichen.

Auch eine jährliche Zusammenkunft aller Beteiligten und Interessierten soll es geben und in Folgejahren sollen Baumpaten die Beobachtung der Klimabäume übernehmen.

Und die KLIMABÄUME BUCHHOLZ werden eine eigene Website erhalten.

 

TIP Innovationspark

Wenn Sie das Bild durch Anklicken vergrößern, können Sie die Standorte der Klimabäume erkennen.

LEHRPFAD

Infotafeln wie diese werden zu jeder gepflanzten Baumart erstellt

NISTHILFEN

Die Einsätze der Nisthilfen werden von Schüler/innen aus Jesteburg gefertigt